Smartphone im Gottesdienst

Veröffentlicht September 28, 2017 by admin in Geistlich

Das Smartphone ist im Gottesdienst nicht mehr verpönt

Smartphones werden in der Kirche nicht gerne gesehen. Während beim Gottesdienst Nachrichten schreiben, im Internet surfen und Spiele spielen als respektlos und störend empfunden werden und die Anwesenden verärgern können, kann man schnell mit einem bösen Blick oder scharfen Tönen bestraft werden. Egal ob sie auf lautlos gestellt sind oder vibrieren, Smartphones werden mit ihren flimmernden Bildschirmen vor allem mit negativen Eigenschaften verbunden und als Störenfriede gesehen, weshalb die Meinung vorherrscht, dass elektronische Geräte in der Kirche nichts zu suchen haben.

Die Evangelische Kirche in Kriftel sieht das ein wenig anders. Dort sind Smartphone nicht nur ausdrücklich erlaubt, sie sind auch erwünscht. In einem neuen Projekt zu digitalen Kirchen werden Smartphones und Tables nun in den Gottesdienst eingebunden. Dabei haben Besucherinnen und Besucher des Gemeindegottesdienstes die Möglichkeit, während der Predigt direkt mitzureden. Hat jemand während der Predigt eine dringliche Frage, eine wichtige Anmerkung oder möchte Unsicherheiten bezüglich des Gesagten aus dem Weg räumen, hat er nun die Gelegenheit dazu, dies unverzüglich zu tun und sein Anliegen nicht mehr bis zum Schluss für sich behalten zu müssen.

Für dieses Projekt wurde die Internetseite sublan.tv erstellt. Die Besucher können nun ihr Smartphone oder Tablet hervorholen, die Seite aufrufen und dort ihre Frage oder Anmerkung aufschreiben. Eine neue smarte Software sortiert die Beiträge innert kürzester Zeit thematisch und ermöglicht dem Prediger, direkt auf die Anliegen einzugehen. Dadurch haben Kirchgänger die Möglichkeit, eine rasche Antwort auf ihre Fragen zu erhalten und müssen nicht mehr bis zum Schluss der Predigt warten. Die Gemeinde wird so viel stärker in den Gottesdienst eingebunden und kann ihre Erfahrungen direkt einfließen lassen.

Die Handhabung ist dabei ganz einfach und erlaubt auch älteren Kirchgängern, sich aktiv in den Gottesdienst einzubringen. Dadurch öffnet das Projekt allen Generationen einen neuen Weg, sich zu beteiligen und die Geräte zu benutzen, ohne dabei verurteilt zu werden.

Mit diesem Projekt werden elektronische Geräte nicht nur in die Kirche geholt, ihnen wird eine neue Bedeutung gegeben. Smartphones und Tablets werden nicht mehr als Störenfriede wahrgenommen. Vielmehr verleiht die elektronische Interaktivität dem Gottesdienst eine neue Dimension, wobei die Geräte bestehende Lücken während der Predigt schliessen können.

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